Kanalsanierung ohne Dreck und Lärm: So funktioniert die Inliner-Methode

Wenn im Untergeschoss Feuchtigkeit auftritt, der Keller nach Abwasser riecht oder der Garten ungewöhnlich grün wächst – ohne dass es dort geregnet hat – dann könnte eine defekte Kanalleitung die Ursache sein. Die klassische Lösung hieß lange: aufgraben, sanieren, wieder zuschütten. Heute gibt es eine deutlich schonendere Alternative: die Inliner-Methode.

Was ist die Inliner-Methode genau?

Der Begriff „Inliner“ (auch „Schlauchlining“ oder „Relining“) bezeichnet ein Sanierungsverfahren, bei dem eine defekte Rohrleitung von innen heraus repariert wird. Ein mit speziellem Kunstharz getränkter Filz- oder Glasfaserschlauch wird in das defekte Rohr eingezogen, aufgeblasen und dort zum Aushärten gebracht. Nach dem Aushärtungsprozess – je nach Methode durch UV-Licht oder Dampf beschleunigt – entsteht ein neues, eigenständiges Rohr innerhalb des alten.

Das Ergebnis hat eine glatte Innenwandung, keine Fugen, keine Sollbruchstellen und eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr. Die ursprüngliche Tragfunktion des Altrohr entfällt, da der Liner selbsttragend konstruiert ist.

Welche Schadensbilder sind für Inlining geeignet?

Das Verfahren funktioniert bei einer Vielzahl von Schadensmechanismen:

Rissbildung: Längs- und Querrisse durch Setzungsbewegungen im Erdreich sind klassische Anwendungsfälle. Solange die Geometrie des Rohres noch einigermaßen erhalten ist, kann der Liner darüber gezogen werden.

Korrosion: Verrostete Gusseisenrohre und aufgeweichte Steinzeugrohre sind prädestiniert für das Inlining. Der Liner übernimmt vollständig die tragende Funktion.

Wurzeleinwuchs: Baumwurzeln suchen Feuchtigkeit und finden sie an undichten Rohrfugen. Vor dem Einbringen des Liners müssen die Wurzeln entfernt werden – danach schließt der Liner die Fugen dauerhaft.

Inkrustationen: Kalkreiche Ablagerungen, die den Querschnitt einengen, werden vor dem Lining durch Hochdruckreinigung entfernt. Danach schützt der Liner das Rohr vor Neuablagerungen.

Ablauf einer professionellen Inliner-Sanierung

Schritt 1 ist immer die Kamerainspektion. Ohne genaue Kenntnis des Schadenbildes kann kein Liner-Maß korrekt berechnet werden. Die Inspektion liefert außerdem die Dokumentation für die Bauakte und eventuelle Versicherungsanforderungen.

Schritt 2 ist die Reinigung. Das Rohr wird mit Hochdruck gereinigt, Wurzeln werden gefräst, Inkrustationen abgetragen. Danach erfolgt eine zweite Kamerafahrt zur Zustandskontrolle.

Schritt 3 ist der eigentliche Liner-Einbau. Der mit Harz getränkte Schlauch wird eingezogen, mit Druckluft aufgeblasen und durch UV-Bestrahlung oder Dampf ausgehärtet. Anschließend werden die Schnittstellen gefräst und der abschließende Kameracheck dokumentiert das Ergebnis.

Für Objekte im Rhein-Main-Gebiet – insbesondere im Bereich Frankfurt und den angrenzenden Kreisen – sind die Rohrsanierung detailliert auf der Servicseite von Rohrwerk24 beschrieben, inklusive der lokalen Randbedingungen und Behördenanforderungen.

Kostenrahmen für die Inliner-Methode

Die Preise für Inlining variieren je nach Nennweite, Länge und Zugänglichkeit. Als Richtwert gelten 80 bis 200 Euro pro laufendem Meter für Hausanschlussleitungen (DN 100–200). Komplexe Konfigurationen mit vielen Bögen oder Abzweigungen können teurer werden.

Im Vergleich zum Tiefbauansatz (150 bis 400 Euro je Meter, zuzüglich Oberflächenwiederherstellung) ist Inlining in den meisten Fällen günstiger – besonders dann, wenn Pflasterung, Terrassenflächen oder Grünflächen erhalten bleiben sollen.

Fazit

Die Inliner-Methode hat die Rohrsanierung revolutioniert. Weniger Aufwand, geringere Kosten, bessere Haltbarkeit und minimale Beeinträchtigung des Grundstücks – das sind überzeugende Argumente. Wer vermutete Schäden an seinen Hausleitungen hat, sollte mit einer Kamerainspektion starten und sich dann konkrete Angebote für das passende Verfahren einholen.

Qualitätssicherung nach der Sanierung

Nach dem Einbau eines Liners gibt ein seriöser Betrieb eine Dichtheitsbescheinigung aus. Manche Länder schreiben diese sogar vor. Wer seine Unterlagen im Ordner hat, ist auch für Gespräche mit der Versicherung gut gerüstet – zum Beispiel wenn es im Zusammenhang mit dem Schaden zu einem Wassereintritt ins Gebäude gekommen war.

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