Werbung: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit deine-geo-agentur.de.
Zwei Spuren führen in Google Analytics 4 zu Besuchern aus ChatGPT: der Parameter utm_source=chatgpt.com, den OpenAI automatisch an Links hängt, und der Referrer chatgpt.com. Perplexity verrät sich über den Referrer perplexity.ai. Seit Mai 2026 sortiert GA4 viele solcher Sitzungen zusätzlich in den Standardkanal „AI Assistant“. Lückenlos wird die Messung dadurch nicht. Klicks aus Apps ohne Referrer landen unter „Direct“, Besuche aus AI Overviews bleiben organischer Google-Traffic. Diese Anleitung zeigt Einrichtung, Auswertung und Grenzen in fünf Schritten.
Kurz erklärt
- GA4 setzt das Medium
ai-assistant, wenn der Referrer auf seiner Liste von KI-Assistenten steht; die vollständige Liste ist nicht veröffentlicht. - OpenAI ergänzt Links aus ChatGPT laut Publisher-FAQ automatisch um
utm_source=chatgpt.com. - Eine eigene Kanalgruppe mit gepflegtem regulären Ausdruck wirkt laut Google auch rückwirkend.
- Klicks aus AI Overviews und AI Mode schließt der Kanal ausdrücklich aus.
Schritt 1: Woran erkennt GA4 Besuche aus KI-Assistenten automatisch?
Am Referrer. Stammt eine Sitzung von einer Domain auf Googles interner Liste von KI-Assistenten, setzt GA4 das Medium auf ai-assistant, die Kampagne auf (ai-assistant) und ordnet den Besuch dem Standardkanal „AI Assistant“ zu.
So beschreibt es die Google-Analytics-Hilfe zur Standard-Channelgruppe. Als Beispiele nennt Google dort ChatGPT, Gemini, Deepseek, Copilot und Grok; Search Engine Journal berichtete am 14. Mai 2026 über die Einführung und nannte ChatGPT, Gemini und Claude. Eine Konfiguration ist nicht nötig, der Kanal erscheint in jeder Property. Zu finden ist er im Bericht „Traffic-Akquisition“ unter „Akquisition“, sobald als primäre Dimension die Channelgruppe der Sitzung gewählt ist. Zwei Einschränkungen gehören gleich an den Anfang. Erstens hat Google die vollständige Liste der erkannten Assistenten nicht veröffentlicht. Perplexity taucht in keiner der genannten Beispiellisten auf; ob die Property den Referrer perplexity.ai dem neuen Kanal zuordnet, lässt sich nur im eigenen Konto prüfen. Zweitens standen solche Sitzungen vor der Umstellung unter „Referral“. Ein Zeitreihenvergleich über den Mai 2026 hinweg braucht deshalb eine Anmerkung im Bericht, sonst sieht ein Sprung wie Wachstum aus.
Schritt 2: Wie wird eine eigene Kanalgruppe für KI-Traffic angelegt?
Über „Verwaltung“, „Datenanzeige“ und „Channelgruppen“. Dort entsteht eine Kopie der Standardgruppe, ergänzt um einen Kanal mit einer Regel auf die Sitzungsquelle, der vor „Referral“ einsortiert wird. Die Gruppe lässt sich rückwirkend auf Berichte anwenden.
Der Vorteil gegenüber dem Standardkanal: Die Domainliste liegt in eigener Hand. Als Bedingung eignet sich „Quelle der Sitzung entspricht regulärem Ausdruck“ mit einem Muster wie diesem:
chatgpt|openai|perplexity|gemini\.google|copilot\.microsoft|claude\.ai|deepseek
Die Reihenfolge der Kanäle entscheidet mit. Laut Google-Hilfe landet eine Sitzung im ersten Kanal, dessen Definition sie erfüllt. Steht „Referral“ weiter oben, schluckt er die KI-Besuche. Standard-Properties erlauben zwei eigene Kanalgruppen, Analytics-360-Properties fünf, jede mit bis zu 50 Kanälen. Praktisch bewährt sich eine kurze Pflegeroutine: Einmal im Quartal die Sitzungsquellen unter „Referral“ nach neuen Assistenten durchsuchen und das Muster ergänzen. Das Datum jeder Änderung gehört in eine Notiz am Bericht. Wer den Standardkanal parallel beobachtet, erkennt schnell, welche Quellen Google inzwischen selbst zuordnet und welche weiter manuell gepflegt werden müssen.
Schritt 3: Was verrät der Parameter utm_source=chatgpt.com?
Er markiert einen Klick aus ChatGPT unabhängig vom Referrer. OpenAI schreibt in seiner Publisher-FAQ, dass ChatGPT den Parameter automatisch an Verweis-URLs anhängt, damit Websites den Traffic aus der ChatGPT-Suche zuordnen können.
Wichtig ist das vor allem bei Besuchen aus der mobilen App oder aus Browsern, die den Referrer kürzen oder unterdrücken. Der Parameter steht in der Adresse selbst und übersteht solche Fälle. In GA4 erscheint er als Sitzungsquelle chatgpt.com. Aufschlussreich wird er in einer freien Exploration: Sitzungsquelle, Landingpage und ein Conversion-Ereignis als Dimensionen und Messwerte, gefiltert auf Quellen, die „chatgpt“ enthalten. Daraus wird sichtbar, auf welchen Seiten Besucher aus ChatGPT einsteigen. Oft sind das nicht die Startseite und nicht der Blog, sondern Leistungs- oder Preisseiten, die eine konkrete Frage beantworten. Eine Randnotiz zur Voraussetzung: Laut OpenAI erscheinen Seiten, die den Crawler OAI-SearchBot aussperren, nicht in den Suchantworten von ChatGPT. Wer dort gar keine Besuche sieht, sollte zuerst robots.txt und Firewall prüfen, bevor er am Tracking zweifelt.
Schritt 4: Wo liegen die Grenzen der Messung in GA4?
GA4 zählt nur Klicks, die mit erkennbarer Herkunft ankommen. Besuche ohne Referrer, Klicks aus Googles eigenen KI-Funktionen und Empfehlungen ohne Klick bleiben unsichtbar oder landen in anderen Kanälen.
| Herkunft | In GA4 erkennbar? | Merkmal / Kanal |
|---|---|---|
| ChatGPT im Browser | Ja | Referrer chatgpt.com, utm_source=chatgpt.com |
| ChatGPT-App | Meist ja | UTM-Parameter, Referrer fehlt oft |
| Perplexity | Teilweise | Referrer perplexity.ai, ohne Referrer unter „Direct“ |
| AI Overviews, AI Mode | Nein, nicht getrennt | Organische Google-Suche |
| Kopierter Link | Nein | „Direct“ |
| Nennung ohne Klick | Nein | Allenfalls später als Markensuche |
Die letzte Zeile wiegt am schwersten. Ein erheblicher Teil der Nutzung von Sprachmodellen endet ohne Klick: Jemand liest eine Empfehlung, notiert den Namen und sucht ihn Tage später bei Google. In der Webanalyse erscheint das als Markensuche oder direkter Aufruf, nicht als KI-Besuch. Für Googles eigene KI-Funktionen gilt zudem, dass die Search Console Impressionen ausweist, Analytics diese Klicks aber nicht von normalen organischen Treffern trennt. Die Zahl im Kanal „AI Assistant“ ist deshalb eine Untergrenze. Sie eignet sich gut, um Landingpages und Conversions zu vergleichen, und schlecht, um die Bedeutung von KI-Assistenten insgesamt zu bewerten. Eine einfache Ergänzung kostet nichts: ein Feld „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ im Kontaktformular, mit der Option „KI-Assistent“.
Schritt 5: Welche zweite Messebene ergänzt die Analytics-Daten?
Prompt-Monitoring. Dabei wird ein fester Satz typischer Kundenfragen regelmäßig in mehreren KI-Systemen gestellt und ausgewertet, ob und wie ein Unternehmen genannt wird. Diese Ebene misst Sichtbarkeit auch dort, wo kein Klick entsteht.
Wie ein solcher Aufbau aussehen kann, legt die GEO-Agentur deine-geo-agentur.de aus Hechingen auf einer eigenen Methodik-Seite offen. Kern ist ein Katalog von 20 bis 40 Kundenfragen nach Anbietern, Problemlösungen, Vergleichen oder kurz vor dem Kauf, den die Agentur zur Messung der KI-Sichtbarkeit jeweils dreimal an vier Systeme richtet: ChatGPT, Perplexity, Gemini sowie Googles AI Overviews. Ausgewertet wird, wie oft ein Unternehmen vorkommt, welchen Anteil es gegenüber Wettbewerbern erreicht, welche Quellen die Antworten stützen und in welchem Ton über es gesprochen wird. Zu jeder Kennzahl gehört die Angabe, ab welcher Differenz eine Veränderung mehr ist als Rauschen. Der Katalog bleibt monatelang gleich; jede Anpassung startet laut Leistungsbeschreibung eine neue Zeitreihe. Der Gedanke dahinter deckt sich mit dem, was OpenAI in seiner Hilfe über ChatGPT schreibt: die Suche kann gespeicherte Erinnerungen und einen ungefähren Standort aus der IP-Adresse einbeziehen und fallen deshalb nicht bei jeder Abfrage gleich aus. Eine einzelne Antwort ist daher kein Befund. Erst die Wiederholung trennt Zufallstreffer von stabilen Nennungen und ergänzt, was GA4 als Klickzahl liefert.
Häufige Fragen
Warum ist der Kanal „AI Assistant“ in meiner Property leer?
Entweder kommen tatsächlich kaum Klicks aus KI-Assistenten, oder sie treffen ohne Referrer ein und landen unter „Direct“. Hilfreich ist ein Blick auf Sitzungsquellen mit „chatgpt“ im Namen. Liegen auch dort keine Daten vor, lohnt eine Prüfung, ob OAI-SearchBot in robots.txt oder Firewall gesperrt ist.
Werden ältere Daten in den neuen Kanal umsortiert?
Für den Standardkanal hat Google keine rückwirkende Umsortierung angekündigt; KI-Sitzungen aus der Zeit davor sind unter „Referral“ zu finden. Eine selbst angelegte Kanalgruppe lässt sich laut Google-Hilfe dagegen rückwirkend auf Berichte anwenden und schließt damit die Lücke für Vergleiche.
Lassen sich Klicks aus Google AI Overviews in GA4 isolieren?
Nein. Google schließt AI Overviews und AI Mode ausdrücklich aus dem Kanal „AI Assistant“ aus, die Klicks laufen als organische Suche. Die Search Console zeigt für diese Funktionen Impressionen nach Seiten und Ländern, eine saubere Klicktrennung bietet sie nicht.
Wie oft sollte der reguläre Ausdruck gepflegt werden?
Ein Quartalsrhythmus reicht für die meisten Websites. Neue Assistenten erscheinen zuerst unter „Referral“ mit ungewohnten Quellennamen. Jede Änderung am Muster sollte mit Datum notiert werden, damit Sprünge in der Zeitreihe erklärbar bleiben.
Fazit: Klickzahl und Nennungsrate gehören zusammen
GA4 liefert seit Mai 2026 mit dem Kanal „AI Assistant“ einen brauchbaren Ausgangspunkt, der UTM-Parameter von OpenAI eine zweite, robuste Spur. Wer eine eigene Kanalgruppe pflegt, behält die Kontrolle über neue Quellen und kann rückwirkend vergleichen. Die Zahlen bleiben dennoch eine Untergrenze, weil Nennungen ohne Klick und Google-eigene KI-Funktionen nicht darin auftauchen. Aussagekräftig wird das Bild erst mit einer zweiten Ebene aus wiederholten Abfragen, wie sie etwa Felix Wilhelm mit seiner GEO-Agentur als monatliches Prompt-Monitoring mit festem Fragenset beschreibt. Beide Werte nebeneinander zeigen, ob sichtbare Nennungen auch zu Besuchen führen.
Autorenhinweis: Verfasst hat diesen Beitrag die Redaktion Webanalyse. Sie schreibt über Tracking, Datenschutz und Auswertung von Websites. Menüpfade und Funktionsangaben werden vor Veröffentlichung an der Hilfe der Anbieter geprüft; Oberflächen können sich nach dem Stand-Datum ändern.
Quellen
- Google-Analytics-Hilfe: Standard-Channelgruppe (abgerufen 22.09.2026)
- Google-Analytics-Hilfe: Benutzerdefinierte Channelgruppen (abgerufen 22.09.2026)
- OpenAI Help Center: Publishers and Developers FAQ (Stand September 2026)
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers (Stand September 2026)
- OpenAI Help Center: ChatGPT search (Stand September 2026)
- Search Engine Journal: Google Analytics Adds AI Assistant As Default Channel Group (14. Mai 2026)
- Google Search Central: AI features and your website (Stand 10. Dezember 2025)
Stand: 22. September 2026