Martin Weigert:
Wenn man über die Jahre hunderte Startup-Debüts redaktionell begleitet, lernt man mit der Zeit zu verstehen, welche Ansätze funktionieren und welche nicht. Unweigerlich entwickelt man gedanklich eine ganz persönliche Launchstrategie, die sämtliche beobachteten Erfolgsfaktoren berücksichtigt und somit zumindest auf dem Papier maximale Aussichten auf Gelingen verspricht.
Heute möchte ich beschreiben, wie der optimale Start eines jungen Internetdienstes meiner Ansicht nach ablaufen müsste, um beste Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum und Bestehen zu schaffen.
Wir haben mit Themedale vermutlich keine seiner Empfehlungen befolgt, das ist aber so völlig okay. Wir sind auch gar nicht imstande einen Hype zu erzeugen, dafür fehlt uns der Internetfame, wie ihn z.B. Marcel Wichman hat und hervorragend einsetzt und eingesetzt hat (zugunsten von Quote.fm). Themedale ist kein social Startup, bietet im Prinzip nichts kostenloses, sondern vielmehr das Gegenteil. Wir haben nicht vor, mit einem großen Knall zu starten und überall groß aufgeführt zu werden. Wir besitzen noch nicht genügend innovative Funktionen, als dass ein großer Hype überhaupt sinnvoll wäre. Themedale ist bislang nur ein stinknormaler Templateshop.
Und um die zu verkaufenden Templates geht es, wird es immer gehen und das ist richtig so. Wenn jemand recht günstig eine neues Theme haben möchte und von einem unserer Themes begeistert ist, wird sich derjenige anmelden und es sich kaufen. Wenn er kein Theme haben möchte, kann er wenig anderes tun und wird sich eben nicht anmelden.
Kein neuer Service ist perfekt, wenn er an den Start geht – und wenn doch, dann hätte der Launch schon deutlich früher erfolgen müssen.
Ich denke, in unserem Falle wäre ein Hype um Themedale sogar eher kontraproduktiv. Die Leute würden kommen, es sich ansehen, feststellen, dass es mehr Bugs gibt als man zu zählen imstande ist, das kritisieren, uns in dem Glauben, dass wir die Bugs noch nicht selber gesehen haben, zuspamen, und nach dem Hype auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Das ist Müll. Wir brauchen ein paar Links (durchaus wichtiger Grund, wieso ich jetzt so über Themedale blogge, abgesehen davon, dass es meinem Blog prinzipiell auch wieder Leben verleiht und ich mich außerdem irgendwie gründerhafter und wichtiger fühle), ein paar interessierte Besucher, die auf der Suche nach Themes für ihre Seite sind – und das wars.
Tolle Funktionen sind natürlich trotzdem geplant, irgendwann werden andere Themeautoren die Möglichkeit erhalten, ebenfalls auf Themedale zu verkaufen und das Ganze wird lediglich von der Qualität der eingestellten Themes abhängig wachsen und gedeihen. Wir legen mit einer Auswahl unserer Themes den Grundstein, hoffen auf Käufer, ärgern uns nicht über geringe Besucherzahlen und arbeiten einfach weiter. Alles wird gut. 