Das Gras geht mir fast bis zu den Fußknöcheln. Ein Hundehaufen liegt einige Schritte von mir entfernt, daneben eine leere Hundehaufentüte. Ich sehe einen Sandkasten, in dem inzwischen weniger Sand als Unkraut zu finden ist. Ich befinde mich auf dem Spielplatz.

Da mein Hund täglich ausgeführt werden muss, komme ich an bis zu drei Kinderspielplätzen vorbei. Und an einem alleinstehenden Sandkasten vor dem Wohnkomplex, in dem ich früher einmal gewohnt habe. Damals gab es nichts Wichtigeres als den Sandkasten. Wir bauten monumentale Burgen, stationierten Plastiksoldaten auf ihnen und suchten uns dann tot, wenn mal welche verloren gingen.

Heute sehe ich kaum noch eine Menschenseele auf irgendeinem Spielplatz. Erst recht keine Kinder. Ich möchte nicht analysieren, wieso das so ist – es könnte am Wetter liegen, am demographischen Wandel… an den iPhones und iPads, die teilweise schon Grundschulkinder von ihren Eltern spendiert bekommen. Ich möchte lediglich darauf hindeuten, dass es so ist.

  • Foto 20.07.12 18 10 36 Auf dem Spielplatz.

    Das Unkraut in dem Sandkasten ist schon höher als der Zaun

  • Foto 20.07.12 18 11 36 Auf dem Spielplatz.

    Hier war schon längst kein Kind mehr - auf dem Spielplatz.

  • Foto 20.07.12 18 20 54 Auf dem Spielplatz.

    Noch vor Kurzem war hier ein Sandkasten - jetzt braucht ihn keiner mehr.

  • Foto 20.07.12 18 23 36 Auf dem Spielplatz.

    Früher spielten hier viele Kinder - sie stritten sich um die Schaukel, auf der Kletterburg war immer jemand.

Vielleicht geht es anderen Spielplätzen auch besser. Aber ich behaupte, dass unsere eigentlich ein überdurchschittliches Potential besitzen. Unsere Gemeinde mit knapp 3000 Bewohnern, einem eigenen Kindergarten, einer Grundschule und Jahr für Jahr überfüllten Bussen sollten eigentlich genügend Indizien sein, dass wir ein durchaus kinderfrohes Plätzchen haben.