Hätte Goethe getwittert? Bestimmt! Vielleicht wäre ihm die Begrenzung auf 140 Zeichen schwer gefallen, aber Denk- und Schreibblockaden hätte er auch per Twitter versucht zu überwinden. Den Jungen im Erlkönig hätte es zwar nicht gerettet, jedoch möglicherweise eine Diskussion über Strukturen und Rettungsdienste hervorgerufen.

Manch einer wird sich an den Kopf fassen – Twitter ist eine notwendige Ergänzung für den Unterricht – zumindest – in der Oberstufe. Klar, Twittern tun meist gebildete, junge Erwachsene und die haben mit der Schülerwelt in aller Regel nichts mehr zu tun.

Dennoch Twitter ist ein sinnvolles Element der Medienpädagogik. Ungeeignet für vertrauliche Nachrichten (etwa Notenweitergabe) ist es dennoch für Schüler und Lehrer gleichermaßen die Möglichkeit, auf schnellstem Wege seinem Netzwerk etwas mitzuteilen.

Hierbei können Schüler soziale Kompetenz erwerben. Sie müssen Kontakte suchen und ein Netzwerk aufbauen. Gleichzeitig wird ihr Formulierungsvermögen geschult, da die Begrenzung auf 140 Zeichen nicht nur Konzentration sondern auch punktgenaues Schreiben erfordert. So, kann Twitter zu einer Diskussionsplattform z. B. für Hausaufgaben werden. Im Netzwerk werden Probleme und Anregungen dargestellt; der Lehrer erhält eine Orientierung über die möglichen Schwachstellen seines Unterrichtes.

Es ist aber auch die Möglichkeit, das autonome Lernen zu stärken, insbesondere die Lesefertigkeit durch die Vernetzung mit anderen Muttersprachen.

Die Schülerinnen und Schüler können hier auch über ein „Lerntagebuch“ ihre Schreibfähigkeiten üben und verbessern und zugleich in einem Diskussionskanal Zufriedenheit und Unmut über Unterrichtseinheiten etc. loswerden. Dadurch kann auch ein schneller, unkomplizierter und schmerzfreier Beitrag zu Aggressionsabbau in den Schulen geleistet werden.

Natürlich ist Twitter auch eine Herausforderung für den Lehrer und den Unterricht. Es kann ablenken, die Konzentration beeinträchtigen und  zugleich den Unterrichtsablauf nachhaltig stören. Aber, gerade hier setzt der Lernerfolg in den Schulen mit Twitter an. Twitter kann nicht das persönliche Gespräch ersetzen und auch nicht den Unterricht. Aber, bei sinnvollem und pädagogisch begleitetem Einsatz erhalten Schüler einen schnellen und guten Zugang zu  anderen Kontakten. Dabei sind sie auf ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang, der Formulierung und der Weiterbildung angewiesen. Insofern kann Twitter für Schüler eine hilfreiche Ergänzung des täglichen Unterrichtes sein.