Twitter klaut Bloggern Links
Ich habe in der letzten Zeit eine interessante Beobachtung gemacht: Twitter klaut Blogs lebensnotwendige Links. Andauernd gibt lese ich Blogposts, die danach fragen, ob Twitter Blogs töten wird – wenn es so weiter geht, bestimmt. Wenn auch nicht auf die Art, wie sie in anderen Blogs propagiert wird: Twitter wird Blogs niemals ablösen, aber den Linktod verschulden.
Was genau ist also die Beobachtung, die ich gemacht habe? Viele Leute, denen ich bei Twitter folge, twittern einfach viele Links. Sie sagen sowas wie “25 Möglichkeiten, um irgendwas besser zu machen” mit einem darauf folgendem ow.ly oder tinyurl -Link. Das ist im Grunde nichts Schlimmes, und ich mache das auch (vermutlich stammen die Links meistens aus dem persönlichen Feedreader), es erspart den Followern, selbst auf die Suche zu gehen, selbst Blogs zu abonnieren und weist sie auf interessante Links hin. Letzteres rechtfertigt in meinen Augen alle anderen unmoralischen Gründe.
Das Twittern eines Links macht das Verlinken nicht zum Problem, viel eher macht die Mentalität der meisten Twitterer das Twittern eines Links zum Problem. Denn viele Blogger – und soweit ich das sehe, sind die meisten Twitterinformanten, wie ich sie jetzt mal nennen werde, Blogger (zumindest ist das bei den Leuten der Fall, welchen ich folge) – denn viele Blogger glauben, mit dem Verlinken eines interessanten Artikels hätten sie dem verlinkten Blog einen Gefallen getan und ersparen sich, über den interessanten Artikel noch einmal zu bloggen. Somit gehen einem Blog eindeutig die Links flöten.
Mit Absicht habe ich oben den Tweet mit einer Zahl anfangen lassen. Listenartikel in einem Blogpost verlinken kann man an den bekannten “Linksundays” oder wie auch immer diese Tage heißen. Und kaum macht man das, wird man auch schon als Linkschleuder bezeichnet. Das muss bei wiederholtem Male noch nicht einmal ganz falsch sein, wenn man dauernd auf solche Artikel verlinkt ohne selbst guten Content zu liefern oder die Links zumindest in einer sehr guten, übersichtlichen und thematischen Liste zu einem interessanten Gebiet zu verpacken. Aber viel zu oft lese ich bei Twitter auch Tweets wie “Burda will Google verklagen” mit einem Link zur FAZ oder welche Zeitungsseite den Artikel auch gebracht haben möge und dem Kommentar “völliger Schwachsinn!” oder “Google soll Burda mal aus dem Index nehmen!” oder noch andere Kommentare. Dabei frage ich mich, wo die Hintergründigkeit bleibt. Warum ist das Schwachsinn? Es sind eben nicht nur Listenartikel sondern auch wirklich gute, kritikwürdige Artikel, die mal eben so mit einem Tweet abgetan werden.
Ich versteh es wohl nicht. Ich versuche eigentlich in jedem Artikel, wenn es irgendwo möglich und sinnvoll erscheint, jemanden zu verlinken. Mir ist der Pseudo – SEO – Kramsens von irgendwelchen Möchtegernmillionären zuwider, und der hat bzw richtet immernoch Schaden in der Blogosphäre an. Wenn ich das richtig sehe, geht es jetzt nur noch bergab… :(
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Das Twitter in seiner bisherigen Form nicht grade förderlich ist, das war mir schon früher klar.
Und ausgerechnet unsere Bundeskanzlerin geht mit schlechtem Vorbild voran. Sie twittert auf Twitter unter dem Account Merkel_CDU.
Auf http://www.pseudolus.de gibt es einen ausführlichen Bericht über das Gezwitschere unserer Bundeskanzlerin…
Ha, ich bin durch Twitter zu deinem Blog gekommen ;-)
Ich finde das twitter eine nette zeitnahe Suchmaschine zu aktuellen Themen ist. Hier kann man schnell mal ein paar Infos und Links zu interessanten Themen finden.
P.S. Sind Twitternutzer jetzt Linkpiraten?