Wie man eine Seite bekannt macht [Teil 4]
Tut mir leid, dass ich erst jetzt den letzten Teil meiner Artikelserie veröffentliche, wie man seine Seite bekannt macht. Ich habe diesen Artikel erst jetzt geschrieben, denn eigentlich wollte ich ihn ihn in einem Video veröffentlichen. Aber irgendwie gab es ein paar Komplikationen bei der Kamera, die nur maximal 10 Minuten aufnehmen wollte und wegen welcher ich die einzelnen Teile zusammenkleben musste, so wie beim Zusammenkleben der einzelnen Teile selbst. Da wollte nämlich mein Videobearbeitungsprogramm kein heiles Video herausrendern. Nun ja, wie dem auch sei, kriegt ihr es eben geschrieben und ich versuche mich demnächst auf unter 10 Minuten zu halten, ist ja ohnehin anstrengend eine Stunde und neun Minuten trockene Materie zu hören
Social Media Optimization
Dieses Mal wollte ich auf das jetzt so trendige “SMO” eingehen, sofern die ganzen sozialen Seiten in Deutschland überhaupt angekommen sind. Um erst einmal einige Beispiele für Social Media Portale anzuführen: Da gäbe es digg.com (welches für das deutsche Publikum gänzlich ungeeignet ist, weil englisch. Wenn ihr aber einen englischen Blog betreibt und jemals auf diggs Startseite gelangen solltet, solltet ihr auch dafür sorgen, dass euer Server die unglaubliche Last aushält
), das deutsche Gegenstück yigg.de, bei welchem es aber oft unfair zugeht, da auch unregistrierte User abstimmen können. hype! von yeebase, welches qualitativ wirklich gut ist so wie eine gute Trafficquelle darstellt, allerdings ist dieser Dienst eher techniklastig, was es für Blogger mit dem falschen Nischenthema gänzlich ungeeignet macht. Außerdem könnt ihr davon ausgehen, dass die Besucher, die ihr über hype! bekommt, nicht allzu häufig auf eure Werbung klicken werden. newsider.de (ehemals readster.de) hat das selbe Problem wie yigg, sehr viele Besucher konnte ich außerdem nicht wirklich gewinnen. webnews.de, welches von Pro7 aufgekauft wurde, kann zwar ordentlich Besucher liefern, aber es lohnt sich meistens nur, wenn man auf die Startseite kommt, was sich relativ schwierig gestaltet, weil mir die User von webnews doch sehr politikliebend vorkommen (habe es nie ausführlicher getestet). Schließlich gibt es noch shortnews.de, welches extrem viele Besucher schicken kann, es aber in den seltensten Fällen tun wird. Warum? Weil nur “seriöse”, große Seiten als Newsquelle akzeptiert werden, also so etwas wie bild.de, die Kontrollen sind relativ scharf. Einen kleinen Tipp kann ich jedoch geben: Verhaltet euch einige Wochen (wenn nicht Monate), exakt nach den Regeln, und achtet darauf, dass ihr viele, interessante Nachrichten einstellt und dabei auch die geforderten Quellen verwendet (besonders beim ersten Einstellen einer Neuigkeit werdet ihr stark überprüft). Irgendwann ist das Vertrauen vielleicht so groß, dass ihr mit einer eigenen URL durchschlüpfen könnt. Allerdings ist die Methode arbeitsaufwändig, langwierig und langweilig.
Ich habe bei meiner Seite http://www.elena-beresnjak.com digg.com und yigg.de bemüht, aber kaum Besucher und nicht einen einzigen Vote abkassiert. Ich habe dabei sehr auf die Masse gehofft (sie mir aber nicht ercheatet), und damit einen (oder mehrere) Denkfehler gemacht: Zum einen ist es totaler Schwachsinn, Menschen, die bereits sind 1000€ für ein Kunstwerk auszugeben, auf einer Social News Plattform zu suchen, zum anderen ist es noch größerer Schwachsinn, eine deutsche Seite bei Digg einzustellen, und schließlich ist es Schwachsinn, die News nicht von Freunden oder Kollegen pushen zu lassen. Ganz zu schweigen davon, dass es auch Schwachsinn ist, überhaupt irgendwas kulturelles, insbesondere künstlerisches im Internet zu vermarkten. Kunst und klassische Musik haben es (besonders in der Zeit der Wirtschaftskrise, während welcher schon etliche Theater schließen mussten so wie es viele Schweinereien zwischen der DOV und dem Bühnenverein gab bzw. gibt) sehr schwer, was ich an meinen Eltern hautnah miterlebe. Kunst muss hautnah in der Realität verkauft und vermarktet werden, eine Onlinepräsenz zum Zeigen der Gemälde (und eventuell für rare Kontaktaufnahmen kann zwar durchaus sinnvoll sein, man sollte sich aber nicht aufs Internet festreiten. Dies gilt natürlich nicht für jeden, sondern hauptsächlich für relativ altmodische Zielgruppen.
Ich sage es auch einfach ganz ehrlich heraus: um bei solchen Seiten (mit Votings) oben zu landen, brucht man in den meisten Fällen Nachhilfe (bei yigg.de reicht schon ein Proxy und um es nicht ganz so auffällig zu machen noch zwei weitere Accounts) und man ist ganz fix ganz oben, egal wie bescheuert die Nachricht ist. Viele Blogger werden euch erzählen, ihr solltet gute Überschriften und eine tolle Beschreibung wählen, aber das ist eigentlich Käse (diese News hat zum Zeitpunkt des DAX-Sturzfluges dennoch das Gegenteil bewiesen). Natürlich trägt die Aufmachung der News auch zum Erfolg bei, aber in den meisten Fällen ist es eben nicht der eigentliche Grund, wieso eine Nachricht oben landet. Nicht ohne Grund gab es einst große Disskussionen (kann jetzt leider keinen informativen Link liefern, bin mir aber 100% sicher, einmal Blogposts mit einer Menge Kommentare darüber gesehen zu haben) über das Pushen der Trafficnutten, den SEOs, bei Yigg.
Um Hilfe beim Voten zu kriegen reicht es häufig schon, Freundschaften auf den entsprechenden Communities zu knüpfen und sozusagen “inoffiziell” gegenseitig Nachrichten zu pushen.
Dieses (“Hochvoten” und) richtige Einstellen von News auf solchen Portalen ist im Grunde schon recht viel SMO, ein weiterer Aspekt wäre aber, die eigene Seite für solche Dienste zu optimieren. D.h. man baut bei sich Buttons der jeweiligen Social News und Social Bookmark Dienste ein und hätte damit auch jenen Punkt halbwegs gut absolviert. Wie bereits aber schon angedeutet, ist das Publikum solcher Portale nicht selten nur für Künstlerseiten ungeeignet, sondern durchaus auch für vieles andere. Selten klickt jenes Publikum auf Werbung, selten holt es sich den Blog in den Feed, schnell verschwindet es wieder nach dem Lesen des Artikels und eventuell hinterlässt es einen kurzen Einsatzkommentar.
Google Adwords
Eine Alternative zu dem ganzen SEO und SMO Quatsch ist das SEM (wer hat die Ironie bemerkt?). Aber ehrlich, Werbung zu machen ist eine wirklich gute Alternative, erst recht in der Künstlernische. Man kauft sich einfach die Keywords, bei welchen man bei Google gelistet werden möchte – auch wenn “nur” in einem extra Werbeblock – und heimst exakt die Besucher ein, die man haben möchte – in meinem Fall für Kunst bereit zu zahlende Menschen. Schön auch, dass andere Seiten mit passendem Content (wie ihr ja wisst) diese AdSense Werbung auch einblenden. Mein einziges Problem bei der Sache ist, ich kann nicht bestimmen, wieviel Geld die Besucher bereit sind für Kunst zu zahlen (würde ein Gemälde 10.000 Euro kosten wäre es egal, wer vor der Wirtschaftskrise genug Geld hatte wird es auch jetzt noch haben. Bei 1000 € kann es aber durchaus sein, dass ein normaler Bürger früher zugeschlagen hätte). Ich bin also vollends davon überzeugt, dass ich früher etliche “Victims” mehr gehabt hätte oder auch jetzt haben würde, wenn der Preis geringer wäre. Hier kann ich es aber nicht mehr beeinflussen und kann nur noch hoffen.
Die Besucherzahlen schießen allerdings bereits mit 10 €, die man täglich investiert, in ungeahnte Höhe. Wo sich früher nur bis zu 10 Besucher am Tag tummelten, tummeln sich nun über 100. Selbst die Bounce Rate liegt unglaublich niedrig (unter 50%!!!) und die Durchschnittsbesuchszeit eines Users beträgt ca. 50 Sekunden, das ist eine ganze Menge! Google AdWords ist also ein echter Sniper und macht eigentlich alles richtig.

