Ich gehe hier einmal auf das Geld verdienen beim Blog ein. Das Bloggen an sich kann gerne einen kleinen Nebenverdienst  bieten, wenn man es als Hobby betreibt. Doch wie auch in anderen Bereichen der Arbeitswelt sollte man auch hier zwischen Profiblogger und Hobbyblogger unterscheiden. Inwiefern der “Profiblogger” als solcher definiert ist, ist jedoch recht unscharf zu bestimmen: Manch einer betreibt viele (SEO-) Blogs, die er einmal aufsetzt und anschließend nur gelegentlich weiter pflegt (bekanntes amerikanisches Beispiel: Jim Karter ist mit seinen vielen Seiten eindeutig am Anfang der Bloggernahrungskette. Seine Einnahmen sollen sich auf an die 75.000$ belaufen), ein anderer bloggt dagegen hauptsächlich auf einem einzigen Blog, so wie Robert Basic (es getan hat).

Robert Basic, der gerade auch noch einen riesigen Hype im deutschsprachigen (und teilweise sogar im englischsprachigen) Netz und sogar TV veranstaltet, verkauft seinen Blog bei eBay. Mich interessiert das alles ehrlichgesagt ziemlich wenig, weil ich mich nie so richtig für seinen Blog faszinieren konnte.

So habe ich mich auch elendig lange gefragt: “Wie bekommt dieser Kerl nur 17.000 Feedleser?”. Das habe ich mich gefragt, weil ich an seinem Blog nichts Tolles finden konnte – seine Beiträge: schlecht bis mittelmäßig. Sein Themengebiet: nirgendwo aufgeführt, völlig unklar (weswegen ich die eigene Beschreibung des “deutschen TechCrunchs” aus der eBay Auktion (Zitat: Manch einer spricht vom “deutschen Techcrunch”.) für völlig übertrieben halte). Sein Blogdesign: kein Kommentar (ja ich weiß, das ist nicht das Wichtigste an einem Blog, stellt aber eine gewisse Atmosphäre her). Irgendwelche besonderen Aktionen: mir ist nur eine bekannt (als er sich gegen Google gestellt hat, als Google Blogger mit Paidlinks abgestraft hat. Mit dieser einzigen Aktion hast du mich persönlich für dich gewonnen, Robert! Allerdings liegt die Betonung auf “du”, nicht auf “dein Blog”).

Fällt jemandem noch ein Grund ein, wieso er (noch) die Nr. 1 der deutschen Blogosphäre ist? Nicht? Mir schon… Ein einziger, gravierender Punkt: Die Postfrequenz. Robert bloggt(e) – boah, ich mag das nicht, in Klammern immer die Vergangenheitsform hinzuzufügen. Ab jetzt schreib ich nur gegenwärtig, wenn Roberts Blog dann verkauft ist, lest diesen Artikel anders wink tongue Blogger als Job – mehrere Male täglich. So bekommt er natürlich auch mehr Feedleser angezeigt, als er unbedingt wirklich hat. Seine Besucherzahlen steigen, er schafft eine höhere Bindung der Leser, da diese öfters kommen und deswegen kommentieren diese nach einer Weile mehr als auf anderen Blogs.

Wir haben hier also die Quantität abgehakt, aber für mich ist die Qualität ehrlichgesagt wichtiger. Und nicht nur für mich – vielen anderen geht es ebenso. Und wie ich bereits eindeutig gesagt habe: Mir gefallen Roberts Artikel überhaupt nicht! Allerdings hat man seinen Beruf verfehlt, wenn man täglich tausende Artikel schreibt mit dem Inhalt eines Tweets (follow me!). Ich vermute einfach, dass Roberts Artikel die Themen anschneiden, die den Durchschnittsuser am meisten anspricht.

Ich habe einen Vergleich, bitte aber meine Leser und die Leser von Robert Basic, diesen nicht ernst zu nehmen, da er völlig übertrieben ist: Mir erscheint Roberts Blog wie die Bild Zeitung. Wie gesagt, fühlt euch nicht beleidigt, wenn ihr Roberts Blog lesen solltet. Dieser Vergleich ist nicht besonders gut, da es völlig unmöglich ist so grauenvoll zu schreiben wie die Bild – mir ist nur kein anderer passenderer Vergleich eingefallen. Ich will einfach nur sagen, dass Robert mit der Masse schreibt und dazu oft. Das ist sein Erfolgsrezept. Und auch das aller anderen Alphablogger…

Damit wäre bewiesen, dass es im Internet zumindest als Blogger ebenfalls genauso viel Arbeit kostet Geld zu verdienen, als nicht im Internet an jeder anderen beliebigen Stelle.