Wie letztens erwähnt, entdeckte ich um die Weihnachtszeit herum etwas, was so mancher durchaus (eventuell verächtlich) als “Selbsthilfe”-Blog abgetan und nicht einmal eines Blickes gewürdigt hätte. Was auch immer es im Endeffekt sein sollte, ich möchte diesem Bereich bzw. meiner Ausdrücklichen Aufmerksamkeit diesem Bereich gegenüber eine ehrliche Chance geben.
Vielleicht nützt es mir längerfristig und das kann man nur herausfinden, indem man solche “Hilfe” einfach mal akzeptiert. Man kann nicht alles wissen, und – was mich besonders in letzter Zeit öfters erstaunt hat – man kann tatsächlich auch nicht immer jeden Gedankengang durchgehen, selbst wenn dieser absolut trivial und im Prinzip völlig anspruchslos, aber doch durchaus richtig und denkenswert ist.
Dazu muss ich sagen, dass ich gar nicht mal so viele “Selbsthilfetipps” von PersonalExcellence (oder anderen Blogs / aus Büchern aus diesem Bereich) genau so übernehme, sondern dass das Lesen dieses Blogs eher einen Denkprozess bei mir angestoßen hat, den ich sonst eher nie hatte. Ich überlege jetzt selbständig, wie ich meine Produktivität erhöhen kann, was ich tun kann, um (gefühlt) mehr Zeit im Tag zur Verfügung zu haben. Oder etwas anders ausgedrückt, was ich tun kann, um mehr Zeit für die wirklich essentiellen Dinge des Lebens zu haben.
Zum Beispiel habe ich heute ein Experiment angefangen, das mir zumindest von keinem Blog, keinem Buch oder sonst etwas oder jemandem explizit empfohlen wurde: Ich reduziere meinen Zeitverbrauch für Soziale Netzwerke. In einer Vollbremsung. Ich gab mein iPhone jetzt morgens nach dem Aufstehen an jemanden aus der Familie weiter, unter der Warnung, es mir ausschließlich abends um ca. 22:00 Uhr zurückzugeben oder wenn ich irgendwohin fahre, wo ich nicht arbeiten / denken muss. Im Prinzip lasse ich es mir abends bloß wiedergeben, um doch für andere wenigstens halbwegs erreichbar zu sein – außerdem nutze ich das iPhone als Wecker.
Dann ist da noch mein MacBook und dieser verfluchte Browser, mit dem ich sonst eben stundenlang meine Zeit auf Facebook oder sonst wo verplempern kann. Das kann ich aber leider nicht abgeben, weil es nunmal auch mein Arbeitsgerät Nr. 1 ist. Dafür habe ich aber auch eine Lösung gefunden.
Ich wollte nämlich eine Kindersicherung einstellen. Einfach bestimmte Seiten vollständig sperren. Auf der Suche nach einem passenden Plugin im Chrome Webstore bin ich dann aber eher zufällig auf eine meiner Meinung nach noch bessere Lösung gestoßen: Stay Focused ist ein Plugin, das einem ablenkende Seiten nur für einen bestimmten Zeitraum am Tag erlaubt zu besuchen (Standardmäßig 10 Minuten, das Runtersetzen der Zeit geht dabei supereinfach, während das Gewähren von mehr Zeit von zig aufploppenden Popups erschwert wird. Woher ich das weiß? Ja, ich habe die Zeit hochgestellt, aber erst, nachdem ich die Zeit auf 2 Minuten runtergesetzt hatte und dann feststellen musste, dass dieser Zeitpool nicht für jede einzelne Seite zur Verfügung gestellt wird, sondern beim Öffnen jeder der ablenkenden Seiten runtergezählt wird).
Ich sperrte mir übrigens folgende Webseiten: facebook.com, twitter.com (und löschte dazu auch gleich die Mac OS App, die ich eher hauptsächlich für Twitter benutze), amazon.com (ja, mich lenkt das ordentlich ab. Vielleicht kann ich mit dieser Entscheidung ja nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld sparen
), mydealz.de und youtube.com. Jetzt habe ich noch insgesamt 10 Minuten Zeit täglich, mich auf einer oder mehreren dieser Seiten herumzutreiben. Am effektivsten erscheint es mir dabei, diese 10 Minuten am Abend zu verbrauchen.
Ich halte diesen Lösungsansatz für durchaus sehr gut. Anstatt sinnloserweise überall alle Accounts zu löschen, nehme ich einen lauwarmen Entzug in Kauf. Es muss nicht immer der extreme Weg sein. Ich bleibe verfügbar, spare Zeit, indem ich Tätigkeiten und die Aufnahme von Informationen vermeide, an die ich mich schon am nächsten Tag (zurecht) nicht mehr näher erinnern kann. Stattdessen wird eine Unmenge an Zeit für Dinge verfügbar, die mir wichtig sind, die ich vorantreiben möchte.
Dieser Beitrag wurde euch von der Zeit gesponsort, die ich an anderen Tag bei Facebook verplempert hätte.